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Unterwegs bei Auerhahn und Birkhuhn

Im April ging es wieder für einige Tage hinauf in die Berge. Die Ziele waren dabei klar definiert. Wir wollten Auerhahn und Birkhuhn bei der Balz beobachten und fotografieren. Ebenfalls mit von der Partie waren Gämsen und zu unser aller Überraschung auch schon die ersten Murmeltiere. Mit diesem Artikel möchte ich nun auf diese fotointensive Zeit zurückblicken und erstmals die entstandenen Aufnahmen präsentieren.

Zu Beginn war der Aufstieg

Doch bevor wir in den Lebensraum der Tiere vorstoßen konnten, hieß es zuerst den Aufstieg in die höheren Regionen in Angriff zu nehmen. Zum Glück mussten wir während unserer ersten Etappe nicht allzu hoch hinaus. Unsere Vorfreude war riesig. Endlich ging es wieder zu den wunderschönen Raufußhühnern. Verglichen mit dem letzten Jahr konnten die vorherrschenden Bedingungen kaum unterschiedlicher sein. Während es 2017 noch bis Ende April Schnee in tieferen Lagen gab, war heuer nur mehr ganz oben am Berg etwas davon übrig. Unglücklich waren wir über diesen Umstand nicht unbedingt. Denn dadurch konnten wir unsere Schneeschuhe zuhause lassen. 

Traumhaftes Wetter

Der ungewöhnlich sonnenreiche April tat sein übriges dazu bei um uns einen schönen Beginn zu bescheren. In diesen knapp zwei Wochen hielt sich der Regen stark in Grenzen. Nur an einem Tag gab es geringen Niederschlag.

Kurzum: Wir hatten traumhaftes Wetter.

Nachdem wir unsere Rucksäcke gepackt und geschultert hatten ging es los. Nach einer knappen Stunde erreichten wir unsere erste Location. Den Balzplatz seiner Majestät dem Auerhahn. Schon als wir ankamen lag ein elektrisierendes Knistern in der Luft. Es roch stark nach Action. Und die bekamen wir dann auch in den nächsten Stunden. Kurz nachdem wir unser Equipment justiert und vorbereitet hatten begann die Action. Seine Majestät betrat den Balzplatz.

Der König des Waldes

Elegant betrat der Auerhahn sein Territorium. Wie auf dem roten Teppich präsentierte er stolz sein prachtvolles Federkleid. Es war unheimlich spannend den König des Waldes in seiner ganzen Pracht erleben zu dürfen. Mit aufgeplusterter Brust und vollem Einsatz posaunte der imposante Vogel seinen Balzruf hinaus in den dichten Wald. Unsere Kameras hatten Schwerstarbeit zu verrichten. Der Verschluss ratterte und bahnte hunderte von Bildern auf die Speicherkarten. In solchen Situationen ist man über den zweiten Akkuslot sowie über das zweite Speicherkartenfach der Kameras sehr dankbar. Der Testosteronspiegel steigt während der Balzzeit bei Auerhähnen bis auf das 100 fache seines Normalwertes an. Doch auch bei all dem Testosteron sind die Vögel stets auf ihre Sicherheit bedacht. Obwohl ausgewachsene Hähne nicht besonders viele Fressfeinde haben, wissen Sie sehr genau wann sie den Schwanz einziehen und in Deckung gehen müssen. Der einzig namhafte Fressfeind der dem Auerwild tagsüber gefährlich werden kann ist der Adler. Während unseres Abenteuers konnten wir des öfteren beobachten, wie der Hahn sich dem Himmel zuwandte und diesen genau musterte. Dies tat er jedes Mal wenn ein größerer Vogel seine Kreise zog. Grund zur Sorge hatte er aber nie, denn es handelte sich jedes Mal nur um einen Bussard.

Aufbruch zu den Gämsen und Birkhühnern

Als nächstes stand der Aufbruch zu den Gämsen und Birkhühnern auf dem Programm. Nachdem wir das Auerwild ausgiebig ablichten durften, begaben wir uns in noch höhere Lagen. In gemütlichem Tempo legten wir die notwendigen Höhenmeter zurück. Das Wetter war herrlich. Sonne und blauer Himmel hießen uns bei unserer Ankunft an der Berghütte willkommen. Verdientermaßen gönnten wir uns noch eine kleine Stärkung bevor es die letzten Meter hinauf ging. Nach einer ausgiebigen Jausen begaben wir uns fit und ausgeruht in das Revier der Gämsen. Die Abendstunden nutzten wir dann um die Vierbeiner in den letzten Schneefeldern ins rechte Licht zu rücken. Am nächsten Morgen stand mit den balzenden Birkhühnern unsere letzte geplante Spezies auf dem Programm. Unsere Kameras verrichteten nochmals brav ihren Dienst. Die Hähne präsentierten sich bei schönem Morgenlicht von ihrer besten Seite. Es hat wieder riesigen Spaß gemacht diese schönen Vögel zu fotografieren. Im Anschluss bereiteten wir unseren Abstieg ins Tal vor. 

Große Überraschung beim Abstieg

Nachdem wir alle die Ausrüstung zusammengepackt und unsere Rucksäcke wieder geschultert hatten, stiegen wir ab. Wie schon beim Aufstieg, lächelte uns auch bei unserem Abstieg die Sonne entgegen. Und dann geschah es, die große Überraschung. Als wir das letzte große Schneefeld durchquerten, konnten wir am Gegenhang Bewegungen ausmachen. Im ersten Moment wussten wir es noch nicht richtig zuzuordnen. Doch nachdem wir uns vorsichtig näherten war es klar. Die erstem Murmeltiere der Saison. So früh im Jahr hatte ich die Murmler noch nie gesehen. Ihr Winterschlaf fiel kürzer aus als noch im Jahr zuvor. Eine Mutter und ihre zwei balgenden Sprösslinge genossen die angenehme Morgensonne. Natürlich mussten wir unseren Abstieg unterbrechen um ein paar Bilder dieser pelzigen Bergbewohner zu machen. Es war ein ungeplanter aber überaus schöner Abschluss unserer erfolgreichen Tage.

An dieser Stelle möchte ich mich herzlich bei allen Beteiligten bedanken. Es war sehr schön mit euch und es hat sehr viel Spaß gemacht. Toni und ich freuen uns schon wieder auf unsere Touren im kommenden Jahr. Die Termine dazu stehen bereits fest und die ersten Anmeldungen gingen bereits ein. In diesem Sinne wünsche ich euch noch eine schöne und angenehme Zeit.

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Kommentare: 2
  • #1

    Walter Nauer (Sonntag, 03 Juni 2018 09:44)

    Wunderschöner Beitrag mit fantastischen Bildern

  • #2

    Christoph Ruisz (Sonntag, 03 Juni 2018 11:53)

    Lieber Walter,
    vielen Dank für deine netten Worte und deinen Besuch.
    Ich wünsche dir noch einen schönen Sonntag.
    Liebe Grüße
    Christoph