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Spätes Erwachen der Ziesel

Durch den späten Wintereinbruch im März hat sich das Frühlingserwachen von Flora und Fauna im heurigen Jahr gehörig verspätet. Auch die Ziesel blieben davon nicht verschont. Doch als sie endlich wieder an die Oberfläche kamen gaben sie gleich richtig Gas. Mehr dazu erfahrt ihr im folgenden Artikel.

Unerwarteter Wintereinbruch

Alle Jahre wieder erwacht die Natur nach den kalten Wintermonaten und lässt dabei Schnee und Eis hinter sich. Heuer hat der ganze Prozess mit dem unerwarteten Schneetreiben Ende März aber etwas länger gedauert. Sowohl die Tier- als auch die Pflanzenwelt wurde deshalb kurzfristig ein wenig aus dem Konzept gebraucht. So mussten beispielsweise die Ziesel noch einige Wochen länger in ihren unterirdischen Tunnelsystemen verbringen als vermutlich ursprünglich geplant.

Zum Vergleich: Im Vorjahr gab es bereits Mitte März konstant Temperaturen über 20°C. Zugegeben, die damaligen Witterungsbedingungen entsprachen auch alles andere als der Norm. Die kleinen Nager waren da aber teilweise schon Anfang März an der Oberfläche. Also einen guten Monat früher. Solch wechselhafte Wetterverhältnisse zeigen nur noch umso mehr, dass wir uns mitten im Klimawandel befinden. 

Der Hunger als Antreiber

Zum Glück haben die kleinen Erdhörnchen den verlängerten Winter unbeschadet überstanden. Als sie Anfang April endgültig an die Oberfläche kamen, war der Hunger natürlich ein großer Antreiber. Auf der Suche nach etwas Fressbarem, wuselten sie wie verrückt in den Wiesen umher. Wie auf den Fotos zu erkennen ist, ließen sie sich den Löwenzahn besonders schmecken. Ich finde es immer wieder sehr amüsant wenn sich die Ziesel zuerst zaghaft, fast schon schüchtern an die Blume heranschleichen, um diese kurz darauf mit ihren kleinen Pfötchen zu greifen. Mit großer Vorfreude und sichtlicher Nervosität grapschen sie in den meisten Fällen zuallererst nach den gelben Blüten. Doch manchmal bevorzugen sie auch den saftigen Stängel und fressen den Löwenzahn von unten nach oben. Mich erstaunt dabei im speziellen der Einsatz ihrer Vorderpfoten, denn manchmal wirkt ihr Bewegungsablauf fast menschlich. Nachdem sie die Pflanze in ihren Fingern haben geht es sehr schnell. In einem Zug wird die Beute verschlungen um kurze Zeit darauf schon wieder auf der Suche nach dem nächsten Objekt der Begierde zu sein. 

Nicht zu übersehen: Frühlingsgefühle

Auch ihre Frühlingsgefühle konnten sie nicht leugnen und wie das bei den Ziesel halt so ist, haben sie sich deshalb auch ordentlich gezankt. Dabei verbeissen sich die Hörnchen regelrecht zu einem Knäuel und hetzen durch die Gegend. Es wirkte auf mich so, als ob sie die verlorene Zeit durch den späten Wintereinbruch mit doppelten Tempo wettmachen wollten. Eine Zieselmama bringt pro Wurf fünf bis acht Jungtiere zur Welt. Da die Tragzeit etwa vier Wochen beträgt, vermute ich, dass es im kommenden Monat sehr schnell gehen wird. Im zarten Alter von knapp fünf Wochen wagen es die Jünglinge erstmals ihre unterirdischen Baue zu verlassen um eine, für sie, komplett neue Welt zu entdecken. Lange dauert es deshalb nicht mehr und wir können bald mit den ersten Jungziesel der Saison rechnen.

 

Ich danke euch für euren Besuch und im nächsten Artikel möchte ich euch dann endlich von meiner Australienreise berichten. Habt bis dahin eine schöne Zeit und genießt den Frühling 😉👍

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