Europäisches Eichhörnchen

Mit dem europäischen Eichhörnchen kommt ursprünglich nur eine der insgesamt 28 verschiedenen Eichhörnchenarten in Europa vor. Doch wegen der Einbürgerung des amerikanischen Grauhörnchens durch den Menschen, ist das heimische Eichhörnchen mittlerweile in einigen Teilen Europas stark gefährdet.

Die heutigen Eichhörnchen entwickelten sich aus den Paramys, den ersten bekannten Nagetieren. Sie lebten vor ca. 40-50 Millionen Jahren. Durch die vielen verschiedenen Unterarten kommen Eichhörnchen heute fast überall auf der Erde vor. Besonders viele Exemplare leben dabei in Nord- bzw. Südamerika. 

Eine Gemeinsamkeit haben aber alle Unterarten behalten, sie sind nämlich allesamt Waldbewohner, wobei in Europa, Wälder in Höhenlagen von bis zu 2000 Metern bewohnt werden.

Durch ihre ausgezeichnete Kletterfähigkeit besitzen die kleinen Hörnchen ein adäquates Mittel um ihren Fressfeinden zu entkommen, sie können sogar ohne Probleme Baumstämme kopfüber hinunterklettern.

 

In der heutigen Zeit leben Eichkätzchen auch als Kulturfolger in städtischen Parks. Mit etwas Geduld sind sie sehr zutraulich und lassen sich mit Nüssen anfüttern. Bereits im frühen Mittelalter wurden diese kleinen Kobolde wegen ihres niedlichen Verhaltens und ihrer Zutraulichkeit als "Spieltere" für Kinder gehalten.

Ein besonderes Erkennungsmerkmal ist der 15 bis 20 cm lange und sehr buschige Schwanz. Der restliche Körper ist ähnlich wie beim europäischen Ziesel zwischen 20 und 25 cm lang. Sieht man vom Schwanz ab, kann man die Ähnlichkeit zwischen Eichhörnchen und Ziesel nicht leugnen. Auch beim Körpergewicht gibt es kaum Unterschiede zwischen den beiden Hörnchen. Sie können zwischen 200 und 400 Gramm schwer sein, jedoch hält das Eichkatzerl im Gegensatz zum Ziesel keinen Winterschlaf.

 

Während des Kletterns trägt der Schweif eine elementare Rolle, er wird nämlich als Balancierhilfe verwendet. Eichhörnchen sind wegen ihrer waghalsigen Sprünge bekannt, auch dabei wird die Rute zur Steuerung und Stabilisierung eingesetzt. Laufen die kleinen Kobolde am Boden, halten sie den Schwanz stets in der Luft um nicht behindert zu werden.

Nicht nur bei der Fortbewegung ist der Schweif wichtig, sondern auch zum Wärmen in den kälteren Wintermonaten.

 

Die charakteristische Fellfarbe des europäischen Eichhörnches ist in der freien Natur entweder rotbraun oder schwarzbraun. Die Bauchseite ist immer weiß gefärbt. Unterschiede bezüglich des Fells zwischen Männchen und Weibchen gibt es nicht. Zweimal im Jahr wird ein Fellwechsel vollzogen um sich an die Klimaänderungen besser anpassen zu können. Das Sommerfell ist etwas heller als das dichtere Winterfell, zusätzlich sind die Ohrenpinsel im Winter etwas stärker ausgeprägt als im Sommer.

Eichhörnchen sind Allesfresser. In erster Linie fressen sie Nüsse (z.B. Haselnüsse, Wallnüsse), Früchte und Obst, Beeren, Samen, Flechten, Blüten, Rinde, Pilze und Zapfen (z.B. Fichtenzapfen). Aber auch wirbellose Tiere wie Würmer, Larven, Insekten und Schnecken stehen auf dem Speiseplan. Sogar Vogeleier und Jungvögel werden gefressen wenn es sein muss. Sie haben ein äußerst breites Nahrungsspektrum und halten ihr Futter beim Fressen mit den Vorderpfoten.

Beim Öffnen von Nüssen stellen sich die Eichkätzchen äußerst geschickt an. Mithilfe der unteren Schneidezähne nagen sie zuerst ein Loch in die Nuss und reissen dann wieder mithilfe der Schneidezähne Stücke der Nussschale heraus. Dieses Verhalten muss erlernt werden und ist nicht angeboren, es wird von den Eltern an die Jungtiere weitergegeben.

 

Für den kalten Winter werden genauso wie beim Feldhamster Vorräte angelegt. Beliebte Vorratslager sind entweder in der Nähe von Baumwurzeln im Boden, in dem sie das Futter vergraben, oder in Rindenspalten. In ihren Behausungen den sogenannten Kobeln werden keine Vorräte gelagert.

Die tagaktiven Klettermaxe können mit einem Sprung Entfernungen von bis zu fünf Metern überwinden. Sie sind im Allgemeinen sehr flinke und wendige Tiere. Ihre Wendigkeit kommt ihnen bei der Flucht vor Baummardern und Katzen besonders zugute. Die gefährlichste Zeit ist die Nacht. Uhu und Baummarder haben im Dunkeln wesentlich größere Chancen ein Eichhörnchen zu schlagen als am Tag. Auch Habichte, Bussarde und Wiesel zählen zu den Feinden.

 

Eine noch größere Bedrohung stellt aber das eingebürgerte Grauhörnchen dar. In Großbritannien, Irland und Italien gehen die Bestände des europäischen Eichhörnchens in Gebieten, in welchen das Grauhörnchen ebenfalls vorkommt, stark zurück. Der Grund dafür ist ein für Eichhörnchen tödlicher Virus. Grauhörnchen tragen diesen Virus in sich, sind aber zugleich immun dagegen. Bei einer Infizierung stirbt das europäische Eichhörnchen.

 

Zur Paarung kommen Männchen und Weibchen, der sonst einzelgängerisch lebenden Waldbewohner, zusammen und durchleben die Paarungszeit miteinander (Dezember bis April). Oft kommt es im Frühjahr zu zwei Würfen. Die Tragzeit beträgt ca. fünf Wochen. Nach Ablauf dieser Zeit kommen zwei bis fünf nackte bzw. blinde Nesthocker zur Welt. In den ersten Monaten versorgt die Mutter die Jungtiere und vertreibt sie erst, wenn sie sich selbstständig ernähren können. Werden die ersten Monate überlebt, beträgt die durchschnittliche Lebenserwartung in freier Wildbahn etwa drei Jahre.

Als Quellen für meine Recherchen dienten Wikipedia, Eichhörnchenstation und Natur-Lexikon.

Weitere Aufnahmen vom europäischen Eichhörnchen: