Austernfischer

In meiner Urlaubswoche auf Helgoland konnte ich mich genauer mit diesem wunderschönen Wattvogel auseinandersetzten und dabei Aufnahmen und Videos aus seinem täglichen Leben anfertigen. Mit viel Glück gelang es mir, neben der Futtersuche, auch Revierkämpfe, Paarungsrituale und letztendlich auch die Kopulation festzuhalten. Ich hoffe dass der Artikel Gefallen findet.

 

Der Austernfischer gehört zur Ordnung der Regenpfeiferartigen und ist vor allem im Wattmehr an der Nordseeküste beheimatet. 

Ausgewachsen kann er zwischen 40 und 45cm lang werden und dabei eine Flügelspannweite von bis zu 80cm haben. Sein besonderes Erkennungsmerkmal ist der lange, orangerote Schnabel. Auch Augen und Beine sind leicht rötlich. 

Die Unterschiede zwischen Männchen und Weibchen (Geschlechtsdimorphismus) sind kaum wahrnehmbar. Im Allgemeinen kann man sagen, dass der Schnabel des Weibchens etwas länger ist als der vom Männchen. 

 

Zum Lebensraum des Austernfischers zählen meistens flache Küstengebiete an denen der Gezeiteneinfluss klar ersichtlich ist (z.B. Helgoländer Düne). Neben Muscheln, Würmern und Krebsen stehen auch Insekten und Schnecken auf der Speisekarte.

Bei der Nahrungssuche wird mit dem langen Schnabel in Sand oder Erde herumgestochert, um so nach Kleingetier zu suchen. Hat der Vogel etwas gefunden, wird die Beute herausgezogen und in einem Zug in den Mund geschupft (siehe Video).

 

 

Die Aktivität des Austernfischers ist vor allem tideabhängig. Er kann grundsätzlich sowohl tag- als auch nachtaktiv sein. In Gebieten ohne, oder mit nur wenig Gezeiteneinfluss sind sie meistens tagaktiv. 

Was man diesem Vogel wegen seiner Statur kaum zutraut, ist seine überaus gute Schwimmfähigkeit. Flugunfähige Jungvögel fliehen vor Feinden oft ins Wasser, um dort unterzutauchen. Dabei können Entfernungen von über 10 Metern getaucht werden. Allerdings beträgt die Tauchtiefe selten über 50cm.

Außerhalb der Brutzeit sind Austernfischer sehr gesellige Zeitgenossen.

 

Haematopus ostralegus (lat. Name) können weit über 30 Jahre alt werden und bis kurz vor ihrem Lebensende auch noch sexuell aktiv sein (ältester Ringfund: 36 Jahre).

Die Geschlechtsreife erlangen sie zwischen dem dritten und dem fünften Lebensjahr. Im Normalfall sind sie monogam, nur in äußerst seltenen Fällen kommt es zu Lebzeiten zur Trennung der Partner.

Wie auch bei allen anderen Limikolen, brüten Austernfischer nur einmal im Jahr. Dabei legt das Weibchen meistens drei Eier und brütet diese gemeinsam mit dem Männchen 26-27 Tage lang aus.

Sind die Jungen geschlüpft, kümmern sich die Altvögel um die Fütterung. 

Als Quellen für meine Recherchen dienten Wikipedia und Natur-Lexikon.

Weitere Austernfischerfotos die im Zuge meines Helgolandaufenthaltes -Anfang Mai 2014- entstanden sind: